"Mitten im Leben mit Demenz"

Die Münchener „Demenz-Aktivistin“ Helga Rohra lebt seit 10 Jahren mit Demenz. Bei vollem Saal gab sie am 6. September im Pflegehaus St. Katharina exklusiv Einblicke in ihren Alltag.

„Die Diagnose war für mich der Anfang eines neuen Lebens,“ so Helga Rohra, Demenz-Aktivistin und selbst seit über zehn Jahren „mitten im Leben mit Demenz“. Auf Exklusiveinladung der Barmherzige Schwestern Pflege GmbH berichtete sie vor vollem Saal von ihrem Alltag mit der Erkrankung, wie sie trotzdem ihr Leben meistert und andere Menschen inspiriert. Weitere Expertinnen beleuchteten das Leben mit Demenz aus der Sicht von Pflege, Angehörigen und Umgang im Pflegehaus.

Vergangenen Freitag erfuhren die Besucherinnen und Besucher im Pflegehaus St. Katharina wie Helga Rohra es schafft, seit zehn Jahren trotz Demenz mitten im Leben zu stehen. Die ehemalige Kongressdolmetscherin berichtete von ersten Symptomen, den Reaktionen ihrer Umgebung auf die Diagnose, ihren Forderungen an die Politik und Gesellschaft sowie der Struktur und Disziplin, die ihr helfen, ihr Leben im Griff zu behalten.

Weitere spannende Vorträge lieferten die Expertinnen aus der Perspektive von Pflege, Angehörigen sowie Einrichtungen zu Vernetzung, Beratung und Fortbildung:

Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessensgruppe Pflege

Hanna Fiedler, Buchautorin „Unser Leben zu dritt. Die Demenz, er und ich“ und
   Expertin für psychosoziale Begleitung von Angehörigen von Menschen mit Demenz

Rosmarie Fink, Validations-Expertin im Pflegehaus St. Katharina

Karin Eder, Leiterin Gerontologie und Validation, Ausbildungszentrum
   Rotes Kreuz Wien

Marion Docekal, Initiatorin der Initiative „h!lf nebenan“ zur Unterstützung
   pflegender Angehöriger

Helga Rohra (66) war als freiberufliche Dolmetscherin auf medizinische Forschung spezialisiert, als sie im Alter von 54 Jahren erste Probleme mit Formulierungen und Wortfindungen bemerkte. Nach einer ersten Diagnose „Burnout“, stellten die Ärzte etwas später eine Lewy-Body-Demenz fest, nach Morbus Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Form von Demenz im Alter. Ein Schicksalsschlag, der die erfolgreiche Business-Frau mitten aus dem Berufsleben riss. Doch für Helga Rohra kein Grund aufzugeben. Auf nationaler und internationaler Ebene kämpft sie seitdem für die Rechte von Demenzbetroffenen und möchte neue Maßstäbe für den Umgang mit Betroffenen setzen. „Ich bin dement, na und? Es geht mir darum, das Bild von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft zu ändern. Wir sprechen für uns selbst und wollen gehört werden“, erklärt Helga Rohra. https://www.facebook.com/helga.rohra